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Geschichte

Die Appenzeller Bahn ist die zweitälteste Schmalspurbahn der Schweiz, bzw. die erste Meterspurbahn der Ostschweiz. Sie nahm 1875 ihren Betrieb auf. In den 30er Jahren fand die Elektrifizierung bei der Appenzeller Bahn statt.

Von den ehemals bei der AB, SGA und AG im Einsatz stehenden 16 Dampfloks wurden acht Maschinen der SGA und AG bis 1934 ausrangiert und sechs AB-Dampfloks abgebrochen - die letzte im Jahr 1952. Zwei Dampfloks, die Säntis und die Altmann, wurden 1937 nach Abessinien verkauft. Wahrscheinlich existieren sie heute nicht mehr.

Der neu gewählte Direktor der Appenzeller Bahn, Herr Joseph Hardegger, ab 1.7.1970 im Amt, wollte für den AB-Betrieb eine Dampflok beschaffen. Er hätte gern die Dampflok Nr. 14, die zu dieser Zeit bei der RhB als Reservelok in Samedan im Einsatz stand, gekauft.

Die Dampflok Nr. 14 wurde für die Rhätische Bahn (Serie G ¾ Nr. 9–16) gebaut und 1903 bei der RhB in Betrieb genommen. 1945 fand die letzte Hauptrevision statt, 1961 die letzte Zwischenrevision.

Die gewünschte Lok Nr. 14 stand jedoch zunächst nicht zum Verkauf zur Verfügung. So schlug der damalige AB-Direktor den Versuch vor, eine andere Dampflok der RhB, die inzwischen in Spanien verkehrte und ausrangiert war, für die AB zu sichern. Diese G 4/5-Maschinen befanden sich jedoch in miserablem Zustand. In der Folge konzentrierte man sich doch wieder auf die G ¾ Nr. 14 der RhB und hoffte, dass sie doch eines Tages zum Verkauf angeboten würde.

Interessant ist ein in diesem Zeitraum stattfindender Schriftwechsel zwischen der AB und der Firma Intrac, Handelsgesellschaft mbH. Bei der Firma Intrac handelt es sich um eine Handelsgesellschaft der ehemaligen DDR, die Geschäfte in den „Westen“ vermittelte. So sollte eine DR–Dampflok von der AB gegen DM abgekauft werden. Ursprünglich wollte man die Nr. 99 5811 kaufen, änderte den Wunsch aber dann auf die Dampfloks Nr. 5912 und Nr. 5704 ab. Es fand am 1.6.1972 sogar ein Besuch der AB in Ostberlin bei der Firma Intrac statt.

Weiteren Verhandlungen stand plötzlich das Angebot der RhB entgegen, die ihrerseits nun doch die G ¾ Nr. 14 abtreten wollte. Sie war inzwischen in Landquart abgestellt worden und eigentlich schon als verschrottet gemeldet. Zwei Vereinsmitglieder wollten sich selber augenscheinlich vom Vorhandensein der Lok überzeugen und fanden sie intakt aber revisionsbedürftig vor.

Die Verhandlungen begannen. Im Jahr 1972 wurde die Dampflok G ¾ Nr. 14 von der Rhätischen Bahn durch den Dampfloki-Verein AB abgekauft. Am 13. September 1972 traf sie in Gossau ein und wurde nach den Normen der AB umgebaut und revidiert. Eigentümer der Dampflok war der am 23. Mai 1973 gegründete Dampfloki-Verein Appenzeller Bahnen. Der Verein bestand schon vorher, jedoch ohne Statuten. Die Dampflok befindet sich seitdem im Besitz des DLV AB und wurde der Appenzeller Bahnen für den Betrieb zur Verfügung gestellt.

Am 4. Mai 1974 wurde der Dampfbetrieb unter grosser Beachtung der Bevölkerung durch die AB wieder aufgenommen. An diesem Tag fand die Einweihungsfahrt Gossau–Wasserauen–Gossau statt. Am 11. Mai 1974 wurde der Dampfzug das erste Mal für eine Hochzeitsfahrt eingesetzt.

In den 70er und 80er Jahren konnten dank einem aktiven Marketing zwischen 30 und 40 Fahrten jährlich durchgeführt werden. Seit 1972 sind auf Kosten des Dampfloki-Vereins verschiedene Reparaturen ausgeführt worden, so z.B. 1979 eine Revision in Herisau. Wichtigste Arbeit dabei war die sogenannte innere Revision des Dampfkessels. Am 5. Mai 1979 erreichte die G ¾ Nr. 14 ihren 5000-ten Kilometer bei der AB. Der 10’000-te folgte bereits 1982.

1986 ging die G ¾ Nr. 14 mit ihrem komplett neuen Kessel (gebaut von der Firma SLM Winterthur) in die neue Betriebssaison.

In den Jahren 1988/89 wurde durch den DLV AB eine Drehscheibe erworben, in den Werkstätten der AB von Normal- auf Meterspur umgebaut und anschliessend in Wasserauen eingebaut.

Im September 1990 erreicht die Dampflok ihren 20’000-ten, bei den AB zurückgelegten, Kilometer.

In der ersten Hälfte der Dampfsaison 1991 traten bei der G ¾ Nr. 14 Probleme auf. Die Schweiss-
stellen der Siederohre waren undicht und es bestand die Gefahr, bereits verkaufte Fahrten nicht durchführen zu können. Retter in der Not war die Brünig-Lok G ¾ Nr. 208, die betriebsfähig im Depot Meiringen stand. Eigentümer waren die Ballenberg Dampfbahn. Die Lok wurde in Meiringen lauffähig hergerichtet, nach Interlaken überführt und von dort mit Rollschemel nach Gossau transportiert.

Die vorerst letzte Fahrt der G ¾ Nr. 14 fand am 22. September 2003 von Herisau nach Wasserauen und zurück statt. Seit diesem Zeitpunkt war die Dampflok nicht mehr in Betrieb.

Ursprünglich wurden mit der Dampflok die beiden bekannten Blüemliwagen B 17 und B 21 eingesetzt. Als diese revisionsfällig wurden verkaufte man sie nach Deutschland und setzte stattdessen in unterschiedlichen Kombinationen die Wagen B 5, B 11, B 20 und BD 29 ein. Inzwischen sind der B 20 und der BD 29 verkauft.

Auch die beiden Säntisbahnwagen C 13 und C14, der offene Vorhängliwagen Ck 39 oder der frühere Buffetwagen, bzw. der heutige Alpstein-Bistrowagen, kamen schon in den Genuss einer Dampf-bespannung.

G 3/4 in Herisau